FidiP Summercamp Nachbericht:

Drei Tage voller Inspiration, gegenseitiger Ermutigung und echter Begegnungen – das FidiP-Summercamp vom 24. bis 26. Juli 2026 in Herrsching war weit mehr als eine Fortbildung.
Viele neue Gesichter und viele bekannte machten das FidiP Summercamp vom 24. bis 26. Juli 2026 zu einer glanzvollen Veranstaltung, ganz im Sinne des Mottos "!Rise an Shine!". Und wie schon bei der Bootcamp-Reihe zeigte sich das Haus der bayerischen Landwirtschaft in Herrsching als brillanter Gastgeber.
Auf dem Programm standen Themen, die Kommunalpolitikerinnen täglich beschäftigen: Zeit- und Selbstmanagement, persönliche Visionsfindung, ein souveräner Auftritt in den Medien und die Frage, wie demokratische Kommunikation auch dann gelingt, wenn Diskussionen hitzig werden. Dazwischen blieb Zeit für Sonnenaufgangs-Yoga am Ammersee, den Film "Die Premierministerin" im hauseigenen Kino und für all das, was ein Netzwerk lebendig macht: den persönlichen Austausch.
Freitag, 24. Juli 2026:
Zeit- und Selbstmanagement in der Kommunalpolitik / Visionen und Ziele
Mit der Begrüßung durch Sabine Appelhagen, Präsidentin des FidiP e. V., und Dr. Tanja Kodisch-Kraft, Bildungsreferentin des Bayerischen Bauernverbandes, begann das Wochenende offiziell. Den eigentlichen Auftakt setzte jedoch diese Frage im Impulsvortrag von Sabine Appelhagen:
"In wie vielen Ländern dieser Erde sind Frauen und Männer gleichberechtigt?"
Die Antwort ließ den Raum für einen Moment still werden: In keinem einzigen. Ein eindrucksvoller Einstieg, der deutlich machte, warum Frauennetzwerke wie FidiP wichtiger sind denn je: Sie stärken Frauen, machen sie sichtbar und ermutigen sie, Verantwortung zu übernehmen und Politik aktiv mitzugestalten.

Dennis Beck, Berater, Coach und Seminarleiter, nahm im Anschluss den oft turbulenten Alltag von Kommunalpolitikerinnen unter die Lupe im Crashkurs Zeitmanagement. Zwischen Beruf, Familie, Ehrenamt und Ratsarbeit bleibt der eigene Akku schnell auf der Strecke. Wie lassen sich Prioritäten setzen? Wo verstecken sich Zeitfresser? Und wie bleibt genügend Raum für das, was Kraft gibt? Statt Patentrezepte gab es viele Denkanstöße, alltagstaugliche Werkzeuge und die Erkenntnis, dass gutes Selbstmanagement kein Luxus, sondern Voraussetzung für langfristiges politisches Engagement ist. Die zentrale Erkenntnis:
"Wer Politik gestaltet, braucht nicht nur Engagement, sondern auch gute Selbstführung."

Am Abend sorgte Martina Grill, Expertin für Unternehmensnachfolge, Coaching und Organisationsentwicklung, für intensive und emotionale Momente. In ihrem Workshop "Visionen und Ziele" fragte sie: Wo genau soll meine Karriere mich eigentlich hinführen und was hat die Welt davon?
Drei Gedanken, die bleiben:
- Die eigenen Werte kennen: Sie sind der innere Kompass für Entscheidungen, Haltung und authentisches Auftreten.
- Innere Antreiber hinterfragen: "Sei perfekt", "Sei stark" oder "Mach es allen recht" können Kraft geben, uns aber manchmal auch im Weg stehen.
- Eine klare Zukunftsvision entwickeln: In einer Visionsreise entstand ein Bild davon, was wir politisch bewirken, wen wir mitnehmen und welche Veränderungen wir anstoßen möchten.

Samstag, 25. Juli 2026:
Der souveräne Auftritt – Medientraining
Plötzlich leuchtet die Kameralampe auf. Die erste Interviewfrage kommt. Und sofort wird klar: Gute Politik allein reicht nicht – sie muss auch verständlich, glaubwürdig und überzeugend vermittelt werden. Und: Gute Vorbereitung ist essenziell. Mir muss klar sein:
Was sage ich? Was sage ich nicht? Was sage ich stattdessen?
Mit viel Erfahrung, Humor und direktem Feedback zeigte Markus Sturm, Experte für Krisenkommunikation und Medientrainer, worauf es bei Interviews, Podiumsdiskussionen und Fernsehauftritten wirklich ankommt. Die Teilnehmerinnen standen selbst vor der Kamera, beantworteten kritische Fragen und konnten ihre Wirkung unmittelbar erleben. Eine Erkenntnis zog sich wie ein roter Faden durch den Tag: Nicht die Fragen steuern das Gespräch, sondern die eigene Botschaft. Wer weiß, wofür er steht, wer seine Kernbotschaft klar formuliert und mit Beispielen untermauert, bleibt auch dann souverän, wenn Fragen unbequem werden.
Besonders wertvoll war das unmittelbare Feedback. Kleine Veränderungen bei Körpersprache, Stimme oder Blickkontakt machten oft einen überraschend großen Unterschied. Niemand musste perfekt sein. Im Gegenteil: Authentizität überzeugte mehr als jede einstudierte Formulierung. Oder, wie Markus Sturm immer wieder betonte:
"Eine gute Botschaft braucht keine Show – sie braucht Klarheit."

Sonntag, 26. Juli 2026:
Für demokratische Werte einstehen
Der Sonntag wurde nachdenklicher und vielleicht gerade deshalb besonders intensiv. Gemeinsam mit Katrin Kuhla, Diplompsychologin und Traumatherapeutin, sowie Florian Wenzel, Moderator und Prozessbegleiter für Demokratie-Lernen, ging es um eine Frage, die viele Kommunalpolitikerinnen beschäftigt:
Wie gelingt ein gutes Gespräch, wenn die Fronten verhärtet sind?
In Rollenspielen, Übungen und offenen Diskussionen wurde deutlich, dass hinter zugespitzten Aussagen oft Sorgen, Ängste oder das Bedürfnis nach Sicherheit stehen. Zuhören bedeutet deshalb nicht, einer Meinung zu sein. Es bedeutet zunächst, verstehen zu wollen, was Menschen bewegt.
Ebenso klar wurde aber auch: Demokratie braucht Haltung. Offenheit endet dort, wo Menschen herabgewürdigt oder ausgegrenzt werden. Gerade Kommunalpolitikerinnen erleben solche Situationen immer häufiger – im Gemeinderat, bei Bürgerversammlungen oder in den sozialen Medien. Umso wichtiger ist es, ruhig zu bleiben, Fragen zu stellen, die eigenen Werte klar zu vertreten und trotzdem den Dialog nicht vorschnell aufzugeben.

Was bleibt oder bleiben soll? Gut gefüllte Notizbücher, neue Ideen, wertvolle Kontakte und das gute Gefühl, Teil eines starken Netzwerks zu sein. Ganz im Sinne von "Rise & Shine": aufstehen, sichtbar werden und gemeinsam Politik gestalten.

Dieses Projekt wird aus Mitteln des Bayerischen Staatsministeriums
für Familie, Arbeit und Soziales gefördert.
In Kooperation mit:
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